2006 Faust
Die Theater AG unter der Leitung von Herrn Lohmann spielt FAUST
2007 PEER GYNT
Die Theater AG spielt unter der Leitung von Herrn Lohmann PEER GYNT
Leon Ehnert brilliert in der Rolle des Peer Gynt
Eindrucksvolle Inszenierung des Ibsen-Dramas an der Waldorfschule / Premiere mit 400 Besuchern
Von Heinz Mießen
Sorsum. 120 Mitwirkende waren an der Inszenierung des Ibsen-Dramas Peer Gynt, das am Wochenende in der Mehrzweckhalle der Freien Waldorfschule Sorsum (FWS) dreimal aufgeführt wurde, beteiligt. Einer davon überragte alle - der 19-jährige Leon Ehnert als Peer Gynt, der über dreieinhalb Stunden die fünf Akte des schwierigen Stückes stimmgewaltig und textsicher beherrschte.
Leon Ehnert (19) als Peer Gynt, die Regisseurin Hannah Heckhausen sowie Projektleiter Cornelius Lohmann waren die Erfolgsgaranten für die außergewöhnlich Aufführung.
Peer Gynt in seiner ganzen wechselhaften Persönlichkeit, vom jungen Heißsporn, Brautentführer, trollgefährdeten jungen Mann, erfolgreichen Geschäftsmann, orientalischen Sultan, Altertumsforscher, Irrenhausinsasse bis zum alten Mann als Sünder- das war die Bandbreite, die Leon Ehnert in dem bekannten und schwierigen Ibsen-Drama abzudecken hatte. Wenngleich das gesamte Peer-Gynt-Ensemble an der Waldorfschule mit 120 Mitwirkenden, von den Protagonisten bis hin zum großen Orchester, Chor und Tanzgruppe schon Höchstleistung geboten hatte, einer überstrahlte alles und legte eine Rolle als Peer Gynt hin, die allerhöchste Anerkennung verdient.
Nie hatte das Publikum das Gefühl, dass hier ein 19-jähriger Schüler der 13. Klasse agierte, sondern ein Schauspieltalent, von dem noch einiges zu erwarten ist. Leon Ehnert aus Degersen war es, der die mehr als 400 Besucher am Freitag beim Premierenabend und noch zweimal danach in seinen Bann zog.
Was Leon Ehnert leistete, war nicht nur textliche und schauspielerische Schwerstarbeit, sondern künsterlerische Höchstleistung auf ganz hohem Niveau. Und noch zwei haben großen Anteil an dem Riesenerfolg der waldorfschen Peer Gynt-Inszenierung - die Theaterpädagogin und Regisseurin Hannah Heckhausen und der Oberstufen-Waldorflehrer Cornelius Lohmann, der mit einem großen Mitarbeiterstab die Inszenierung und Projektleitung getragen hat. Bei ihm war deutlich zu merken, wie die Anspannung des Stückes, das ein ganzes Jahr vorbereitet wurde, von ihm fiel und er glücklich viele Hände drückte - der Orchester- und Chorleiterin Ulrike Poppelbaum-Lürig ebenso wie die Verantwortlichen für Bühnenbild, Technik, Maske, Beleuchtung, Kostüme Choreografie und Tanz.
Doch die Glanzleistung, die Leon Ehnert zeigte, ist nicht zuletzt auch seinen Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Theater-AG zu verdanken, die teilweise in verschiedene Rollen geschlüpft waren. Dazu gehörte ohne Frage Rea Fremerey, die am Premierenabend Peer Gynts Mutter Aase spielte, die an zwei anderen Aufführungen von Ann-Katrin Liese dargestellt wurde. Auch Solvejg, die ewig auf Peer Gynt Wartende, verkörpert von Donata Göstemeyer und Konstanze Oesker, zeigten eine starke Leistung. Aber auch das gesamte Gynt-Ensemble, das aus einem Guss bestand - angefangen beim Hauptdarsteller bis hin zu Ingrid, der entführten Braut, Aslak dem Schmied, dem Trollkönig Dovregreis, seine Tochter, die Grüne", die Beduinentochter Anitra und dem Knopfgießer, der versucht hatte, Peer Gynt in seine Kelle zum "Umschmelzen" zu kriegen.
Ein bewegendes Ende mit Solvejg und Peer Gynt in seiner bergischen Heimat nach langer Lebensfahrt ließ erst einmal ein paar Minuten Stille bei passender Musik von Edvard Grieg eintreten, bevor der tosende Beifall mit Standing-Ovations-Beiträgen aufbrandete.
In der Waldorfschule ist es nach dem Faust im vorigen Jahr wieder einmal gelungen, einäußerst schwieriges Stück mit glänzender Dramaturgie und einem Ausnahme-Hauptdarsteller, begleitet mit vielen Superlativen, verständlich rüber zu bringen.
© Deister-Leine-Zeitung, 24.09.2007

