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Ein Haus für Körper und Seele
Nun ist es unübersehbar geworden, ein großes Bauschild weist schon an der Straße darauf hin, und den Kran sieht man bis Wennigsen: Endlich wird unsere neue Sport- und Festhalle gebaut!
5 Jahre hat es gedauert, bis die Pläne baureif waren (und wir auch), bis die Finanzierung endlich stand und mit den Bauarbeiten schließlich begonnen werden konnte!
Die Geschichte dieser Planung ist ein Kapitel aus der Geschichte unserer Schule, und sie zeigt alle Höhen und Tiefen auf, durch die unsere Schulgemeinschaft in den letzten Jahren gegangen ist.
Das Aufstellen eines baulichen Gesamtkonzeptes, die fortwährende Optimierung der Planungen und immer wieder das Scheitern der Finanzierung: es brauchte schon viel Ausdauer und Optimismus, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Aufgabe war auch nicht ganz einfach: Es sollte eine Sporthalle werden, die auch als Versammlungsort für die ganze Schulgemeinschaft dienen kann und für Aufführungen von Musik, Eurythmie und Theater sowie Monatsfeiern geeignet ist. Die Halle sollte in das bauliche Konzept eines Oberstufengebäudes integriert sein, ohne den Unterricht in diesen Räumen zu stören, das Gebäude sollte bei möglichst geringem Flächenverbrauch in mehreren Abschnitten zu realisieren sein, und ein neuer Musikraum wurde zu guter Letzt innerhalb des ersten Bauabschnittes gefordert. Und das Ganze sollte dann auch noch möglichst wenig kosten!
Sicher werden unter dem Gebot der Kostenreduzierung manche Wünsche offen bleiben, gewiß werden aber auch einige Dinge sichtbar werden, die man zwischenzeitlich für nicht mehr realisierbar gehalten hätte.
So ist auf der Grundlage eines Entwurfes der Architekten Niels Sonne-Frekeriksen und Manfred Hofmann eine Planung entstanden, auf deren Fertigstellung wir nun mit erwartungsvoller Freude warten.
Das Oberstufengebäude ist gegenüber den bereits vorhandenen Schulgebäuden östlich des Kindergartenweges angeordnet, vor dem Bach und der wunderschönen Kulisse der Pappelreihe. Auch dieses Gebäude bildet wieder einen eigenen Hof und paßt sich mit mehreren aneinander gereiten Satteldächern sowohl den bestehenden Gebäuden als auch der Dorfstruktur Sorsums an.
Den räumlichen Abschluß der Schulgebäude zu den Freiflächen des Gartenbaus und des Sports hin bildet der Musikraum, direkt am Weg zum Kindergarten gelegen. Dadurch wird ein erlebbarer Außenraum auf dem Schulgelände gebildet.
Mittelpunkt des ersten Bauabschnittes ist die Halle mit einer Abmessung von 19 x 22 m. Dieses ermöglicht Spielfelder für Handball, Volleyball und Basketball u.a. ebenso wie eine zeitweise Aufteilung der Halle für getrennten Sportunterricht.
Bei einer Nutzung als Veranstaltungssaal können mehr als 400 Sitzplätze angeboten werden. Eine große Bühne mit Vorbühne ergänzt diesen Saal.
Der Musikraum ist auf gleicher Höhe direkt neben der Bühne angeordnet, um so einen ungehinderten Zugang zum Flügel und dem Instrumentenraum zu erhalten. Er kann bei Theateraufführungen auch als Schminkraum und Garderobe genutzt werden.
Der Musikraum ist auf einem unregelmäßigen fünfeckigen Grundriß entwickelt. Der Dachraum bleibt offen, so daß mit dieser Ausformung günstige akustische Verhältnisse erreicht werden können. In diesem Raum ist eine kleine Bühne angeordnet, auf der Solisten und kleine Ensembles Platz finden können. Durch einen separaten Eingang bildet dieser Musikraum mit einer Fläche von ca. 78 m² einen idealen Kleinen Veranstaltungssaal für Kammermusik und Schülervorspiele mit bis zu 70 Sitzplätzen.
Weitere Nebenräume – ein Kulissenraum, Kostümfundus, Umkleideräume für Mädchen, Jungen und Lehrer, Geräteraum, Haustechnik und Stuhllager – ergänzen das Raumangebot. Ein weiteres Stuhllager ist unter der Bühne angeordnet. Die einzelnen Nutzungsbereiche sind durch die Baukörper und die Dachform auch von außen ablesbar, so daß ein sehr differenzierter Baukörper entsteht.
Bühne/Musikraum Sporthalle/Saal Oberstufe
Die Rückwand des Bühnenturmes, zum Volleyballfeld gelegen, wird aus extra festen Mauerwerk erstellt, damit hier von außen eine 7,50 m hohe Kletterwand eingerichtet werden kann.
Für spätere Theater-, Eurythmie- und Musikaufführungen ist von Fachplanern bereits eine umfangreiche Bühnen- und Beleuchtungstechnik vorgeplant worden, die Realisierung wird sicherlich in mehreren Schritten erfolgen müssen. Für die Gestaltung der Saaldecke und der Wandoberflächen ist ein Akustikbüro hinzugezogen worden, um sowohl eine optimale Beschallung aller Sitzplätze als auch eine ausreichende Schalldämpfung zu erreichen. Zur Zeit arbeitet der Baukreis noch an der künstlerischen Ausgestaltung des Innenraumes.
Nachdem die Bauplanung endlich fertiggestellt war und der Bauantrag eingereicht wurde, ist das Grundstück mit den bereits markierten Gebäudeecken noch von der Geomantin Silvia Reichert de Palacio auf seine speziellen Qualitäten überprüft worden. Dabei sind zwei wichtige Kraftpunkte des Schulgeländes entdeckt worden, ein Einatmungspunkt und ein Ausatmungspunkt, die durch die neuen Außenwände jeweils unglücklich überdeckt werden würden.
Es war uns jedoch sehr wichtig, die Kräfte unserer Erde zu achten und so für die Schule nutzen zu können. Mit einer leichten Drehung und Verschiebung des Gebäudes konnten diese Kraftpunkte freigelegt werden und dennoch die erforderlichen bauordnungsrechtlichen Grenzabstände und wünschenswerten räumlichen Bezüge eingehalten werden.
Eine nähere Betrachtung und Erläuterung dieser geomantischen Punkte wäre sicher ein interessanter Beitrag für eine der nächsten Ausgaben des Güldenen Fadens.
Gebaut wird dieses Gebäude fast ausschließlich durch Fachfirmen aus der Region in Massivbauweise. Die Außenwände erhalten einen farbigen Putz, und das Dach wird mit roten Dachsteinen eingedeckt.
Die Fertigstellung ist bis zum Herbst dieses Jahres geplant. Das ist – zugegeben – ein sehr ehrgeiziges, aber nicht unmögliches Ziel.
geschrieben von
Peter Holzki



